Was kostet ein Imagefilm? Warum zwei Angebote selten dasselbe meinen
Zwei Angebote liegen auf Ihrem Tisch. Beide sagen „Imagefilm“, beide nennen einen Drehtag — aber eines kostet das Doppelte. Abzocke? Meistens nicht. Meistens steht auf einem der beiden nur nicht, was fehlt. Hier lernen Sie, ein Filmangebot Posten für Posten zu lesen.

Gleiches Wort, anderes Produkt
Der Preisunterschied beginnt beim Begriff. „Imagefilm“ kann ein kompakter Unternehmensfilm sein, der in 90 Sekunden auf den Punkt bringt, wer Sie sind — oder eine ganze Content-Welt mit Film für jeden Leistungsbereich und echten Kundenstimmen. Beides steht unter derselben Überschrift im Angebot. Grob gesagt: Ein fokussierter Film bewegt sich im überschaubaren vierstelligen Bereich, ein umfassender, begleiteter Auftritt eher im fünfstelligen. Ob zwei Angebote vergleichbar sind, sehen Sie erst, wenn Sie die einzelnen Posten lesen.
So lesen Sie ein Filmangebot: die vier Posten
Posten 1: Der Drehtag
Hinter der Zeile „1 Drehtag“ steckt bei einer seriösen Videoproduktion weit mehr als ein Tag: Vorgespräch, Drehplanung, Technik, Auf- und Abbau vor Ort. Steht im günstigeren Angebot dieselbe Zeile, kann trotzdem etwas anderes gemeint sein — zwei Stunden mit Kamera aus dem Rucksack statt eines geplanten Tages. Fragen Sie, was der Drehtag konkret umfasst und wie viele Standorte er abdeckt.
Posten 2: Die Formate
Hier versteckt sich der häufigste Preisunterschied. Liefert das Angebot einen einzigen Film — oder einen Hauptfilm fürs Querformat plus Hochkant-Schnitte fürs Handy und einzelne Clips? Jedes Format bedeutet eigenen Schnitt, und pro fertiger Filmminute fallen erfahrungsgemäß acht bis vierzehn Stunden Postproduktion an. Zwei Angebote mit gleichem Drehtag, aber unterschiedlicher Formatliste sind zwei verschiedene Produkte.
Posten 3: Das Konzept
Ein gerader Unternehmensfilm braucht wenig Vorlauf — und taucht im Angebot kaum als eigener Posten auf. Ein Film mit durchdachter Dramaturgie, einem Statement der Geschäftsführung und eingewobenen Kundenstimmen braucht Konzeptarbeit, bevor die erste Kamera läuft. Fehlt dieser Posten komplett, wissen Sie: Hier wird gedreht, was gerade da ist.
Posten 4: Die Nutzung
Der unscheinbarste Posten mit der größten Wirkung. Steht im Angebot, wo der Film später arbeitet — Website, Social Media, Messe — und welche Rechte Sie daran haben? Ich unterscheide deshalb zwischen reiner Produktion und einem begleiteten Auftritt: mit Plan, wo der Film läuft, einer Übergabe an Ihre Webagentur und auf Wunsch einer Messung der Wirkung. Das kostet mehr — und erklärt oft exakt die Differenz zwischen zwei Angeboten.
„Wenn zwei Angebote gleich klingen und nicht gleich kosten, fehlt auf einem der beiden eine Information. Meistens die wichtigste.“

Der 30-Sekunden-Check für jedes Filmangebot
Legen Sie beide Angebote nebeneinander und prüfen Sie vier Dinge. Steht eines davon nirgends, haben Sie den Preisunterschied wahrscheinlich gefunden:
- Sind die Drehtage benannt? Wie viele Tage, wie viele Standorte, was ist an Vorbereitung enthalten — oder steht da nur eine runde Summe?
- Sind die Formate einzeln aufgelistet? Ein Hauptfilm mit Länge, dazu Hochkant-Versionen fürs Handy — oder bleibt offen, was Sie am Ende in der Hand halten?
- Ist die Nutzung geregelt? Dürfen Sie den Film unbefristet auf allen Kanälen einsetzen, oder verstecken sich Beschränkungen im Kleingedruckten?
- Steht drin, was nach der Lieferung passiert? Ein Satz zum Einsatz des Films trennt Produzenten, die abliefern, von Partnern, die mitdenken.
Zurück zu den zwei Angeboten
Mit diesem Blick lösen sich die meisten Preisrätsel auf: Das günstigere Angebot war selten billiger — es enthielt weniger. Weniger Formate, kein Konzept, keine Regelung für den Einsatz. Das kann trotzdem die richtige Wahl sein, wenn Sie genau das brauchen. Ärgerlich wird es nur, wenn Sie es erst nach der Produktion merken: Dann kaufen Sie die fehlenden Teile einzeln nach — und zahlen am Ende mehr als für das teurere Angebot.
- „Imagefilm“ ist ein Sammelbegriff — zwei Angebote mit gleicher Überschrift können völlig verschiedene Produkte meinen.
- Vier Posten erklären fast jeden Preisunterschied: Drehtag, Formate, Konzept, Nutzung.
- Pro fertiger Filmminute stecken acht bis vierzehn Stunden Postproduktion im Schnitt — Formate treiben den Preis mehr als der Drehtag.
- Das günstigere Angebot enthält meist weniger. Teuer wird es, wenn Sie das erst nach der Produktion merken.
Fazit
Zwei Angebote, doppelter Preis — das ist kein Grund für Misstrauen, sondern ein Grund, genauer zu lesen. Wer die vier Posten kennt, kann jede Videoproduktion vergleichen: Was umfasst der Drehtag, welche Formate werden geliefert, steckt Konzeptarbeit dahinter, und was ist für die Nutzung geregelt? Sobald diese Fragen beantwortet sind, vergleichen Sie nicht mehr Preise. Sie vergleichen Produkte — und das ist der Vergleich, der zählt.
Bevor Sie Angebote vergleichen, lohnt ein anderer Blick: Was findet ein Interessent heute über Ihren Betrieb — und fehlt dort überhaupt ein Film? Genau das zeige ich Ihnen in der kostenlosen Sichtbarkeits-Analyse. Ohne Verkaufsgespräch, versprochen.
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