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Ratgeber · Film

Imagefilm oder Recruitingfilm — was braucht Ihr Unternehmen wirklich?

Beide heißen „Unternehmensfilm“, beide kosten Geld, beide sehen professionell aus. Trotzdem lösen sie zwei völlig verschiedene Probleme. Wer den falschen produziert, gibt Budget aus und erreicht am Ende niemanden richtig.

Lesezeit ca. 4 MinPascal Röttger
Am Set des Imagefilms für Hydraulik Service Müller.
Am Set bei Hydraulik Service Müller.

Der eine Unterschied, auf den es ankommt

Stellen Sie sich vor jeder Videoproduktion nur eine Frage: Wen will ich erreichen? Daran entscheidet sich alles Weitere — die Geschichte, der Ton, die Länge, die Kanäle. Ein Imagefilm spricht Menschen an, die bei Ihnen kaufen sollen. Ein Recruitingfilm spricht Menschen an, die bei Ihnen arbeiten sollen. Das klingt simpel, wird aber ständig vermischt — und genau dort verpufft die Wirkung.

Der Imagefilm — Vertrauen bei Kunden

Ein Imagefilm baut Vertrauen auf, bevor das erste Gespräch stattfindet. Heute recherchieren die meisten Entscheider online, lange bevor sie zum Hörer greifen. Was sie dabei über Sie finden, entscheidet, ob sie überhaupt anrufen. Der Imagefilm zeigt, wofür Sie stehen, wie bei Ihnen gearbeitet wird und wer dahintersteht — und macht so aus einem anonymen Anbieter einen Betrieb, dem man etwas zutraut.

Er gehört auf die Startseite, ins Google-Profil, an Angebote und ins Vertriebsgespräch. Sein Ziel: dass ein potenzieller Kunde denkt „Die wirken wie Profis“ — bevor Sie auch nur ein Wort gewechselt haben.

Filmdreh bei der Hermann Paus Maschinenfabrik — Umbau zwischen zwei Einstellungen.
Filmdreh bei der Hermann Paus Maschinenfabrik — Umbau zwischen zwei Einstellungen.

Der Recruitingfilm — die richtigen Bewerber

Ein Recruitingfilm hat ein anderes Publikum und einen anderen Job: Er soll Fachkräfte und Azubis ansprechen. Hier zählt nicht, wie beeindruckend Ihre Maschinen sind, sondern wie es sich anfühlt, bei Ihnen zu arbeiten — die Kollegen, der Umgangston, der Alltag. Ein Sechzehnjähriger auf Lehrstellensuche tickt anders als ein Geschäftsführer, der einen Lieferanten sucht.

Deshalb lebt der Recruitingfilm von echten Stimmen aus dem Team und gehört dorthin, wo Bewerber unterwegs sind: auf die Karriereseite, in die Stellenanzeigen und vor allem in die sozialen Netzwerke.

Imagefilm

Zielt auf Kunden

  • Baut Vertrauen vor dem Auftrag
  • Zeigt Leistung, Können, Haltung
  • Lebt auf Website & im Vertrieb
  • Sprache: kompetent, wertig
Recruitingfilm

Zielt auf Bewerber

  • Gewinnt Fachkräfte & Azubis
  • Zeigt Team, Alltag, Kultur
  • Lebt auf Karriereseite & Social
  • Sprache: nahbar, ehrlich

Warum man sie nicht verwechseln darf

Es ist verlockend, einen Film für alles haben zu wollen. In der Praxis geht das selten gut. Ein Hochglanz-Imagefilm, der Bewerber überzeugen soll, wirkt auf einen jungen Menschen schnell steif und werblich — er fühlt sich nicht angesprochen. Umgekehrt wirkt ein lockerer Recruiting-Clip im Kundengespräch fehl am Platz. Tonfall, Länge und Kanal sind bei beiden unterschiedlich, weil ihre Zielgruppen unterschiedlich sind.

„Ein Film, der alle ansprechen will, spricht am Ende niemanden richtig an.“

Was, wenn Sie beides brauchen?

Das ist häufig der Fall — und völlig in Ordnung. Wichtig ist die Reihenfolge: Was brennt mehr? Verlieren Sie Aufträge, weil Ihr Auftritt veraltet wirkt, beginnt man beim Imagefilm. Finden Sie keine Leute, hat der Recruitingfilm Vorrang. Manchmal lässt sich eine Videoproduktion clever doppelt nutzen, sodass an einem Drehtag Material für beide Richtungen entsteht. Aber das ist eine bewusste Planung — kein Kompromiss, bei dem ein Film beides halb erledigt.

◆ Drei ehrliche Prüffragen
  • Wo haben Sie zuletzt Geld verloren — an einen Wettbewerber oder an eine Stelle, die monatelang unbesetzt blieb? Wettbewerber → Imagefilm. Unbesetzte Stelle → Recruitingfilm.
  • Öffnen Sie Ihre Website und lesen Sie sie als Bewerber: Finden Sie in 30 Sekunden einen Grund, sich zu bewerben? Wenn nein, fehlt Ihnen kein Imagefilm — Ihnen fehlt die Arbeitgeber-Seite.
  • Wenn morgen nur einer der beiden Filme fertig wäre — welcher würde Ihnen mehr Druck nehmen? Die Antwort kommt meist schneller, als Ihnen lieb ist. Nehmen Sie sie ernst.

Fazit

Imagefilm oder Recruitingfilm ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Zielgruppe. Wer klar weiß, wen er erreichen will, trifft die richtige Wahl fast von selbst — und gibt sein Budget nicht für einen Film aus, der zwischen zwei Stühlen landet. Wenn Sie unsicher sind, welcher für Ihre Lage der richtige ist, klären wir das in einem kurzen Gespräch, bevor irgendetwas gedreht wird.

Die drei Prüffragen oben klären die meisten Fälle — ganz ohne mich. Wenn Sie danach immer noch schwanken, liegt es selten am Film und meist am Auftritt drumherum. Dafür gibt es die Sichtbarkeits-Analyse: 10 Minuten Video plus PDF, kostenlos, ohne Verkaufsgespräch.

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